Tagung zum Mensch-Tier-Verhältnis in Christentum und Buddhismus, Oktober 2011, Stuttgart-Hohenheim

by A.R.
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Published on: 14. September 2011
„Den Tieren gerecht werden. Das Mensch-Tier-Verhältnis in Christentum und Buddhismus“
07.10.2011, 15:30 Uhr – 09.10.2011, 12:30 Uhr; Stuttgart-Hohenheim

Dialogtagung Christentum – Buddhismus

Um zu leben, muss der Mensch anderes Leben töten.
Das rasante Anwachsen der Weltbevölkerung hat deshalb besonders für die Tierwelt dramatische Auswirkungen. Heutige Zucht- und Turbomastanlagen brauchen, um die Tiere in kurzer Zeit zu den gewünschten “Fleischlieferanten’ werden zu lassen, problematisches Spezialfutter. Treibhausgase werden in großen Mengen freigesetzt. Gleichzeitig werden die Schlachthöfe am Rand der Städte ausgeblendet. Und bei der Fleischtheke im Supermarkt erinnert fast nichts mehr an den Tötungsvorgang, der dem Ware-werden der Tiere vorausgeht. Zwar ist eine Mehrheit der Bevölkerung gegenüber der Massen-Nutztier-Haltung kritisch eingestellt; aber: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ (B. Brecht).
Tiere “dienen’ weiter als Versuchskaninchen in wissenschaftlichen Labors – und sie werden für therapeutische Zwecke eingesetzt. Allein in Deutschland sind 23 Mio. Haustiere erwünschte Lebensbegleiter (Fische und Terrarientiere nicht mitgerechnet). Das Verhältnis von Mensch und Tier ist somit auf keinen einfachen Nenner zu bringen. Wie aber halten es damit die Religionen?
Im Buddhismus werden Tiere als fühlende Wesen von gleichem Rang betrachtet. Ihnen wird ein geistiges Entwicklungspotential zugesprochen. Ebenso wie der Mensch wollen sie demzufolge glücklich sein; und sie fürchten das Leid, was jedoch nicht schon zu ihrer Schonung führt.
In der christlichen Theologie werden Tiere zwar als Mitgeschöpfe verstanden, aber abgesehen von ihrer symbolischen Bedeutung weithin marginalisiert. Das im Frühjahr 2008 in Münster gegründete Institut für Theologische Zoologie hat sich demgegenüber zum Ziel gesetzt, „das Verhältnis des Menschen zum Tier als Brennpunkt der Theologie und als Vollzug einer schöpfungsgemäßen Spiritualität zu begreifen“; einer der Mitgründer, Dr. Rainer Hagencord, ist Referent der Tagung. Auf ihr soll gefragt werden, welche Rolle Buddhismus und Christentum für das Mensch-Tier-Verhältnis in Geschichte und Gegenwart spielten und spielen, wie in beiden Religionen dieses Verhältnis prinzipiell verstanden wird und wo möglicherweise heute Korrekturen angezeigt sind, um den Tieren besser gerecht zu werden.

Programm

Freitag, 7. Oktober 2011

Ab 15.00 Uhr Anreise / Beziehen der Zimmer

16.00 Uhr Kaffee

17.00 Uhr

Begrüßung und Einführung

Dr. Klaus W. Hälbig, Stuttgart
Vajramala S. Thielow, Überlingen
Wolfgang Wagner, Bad Boll

18.00 Uhr Abendessen

19.30 Uhr

Denken, Fühlen und Handeln der Tiere

Theologische und verhaltensbiologische Argumente für eine neue Sicht der Tierwelt

Dr. Rainer Hagencord, Münster

Samstag, 8. Oktober 2011

8.00 Uhr Morgenimpuls

8.20 Uhr Frühstück

9.15 Uhr

„Ein Irrtum über die Geschöpfe mündet in ein falsches Wissen über den Schöpfer“

Das Tier: Herausforderung für die christliche Anthropologie

Dr. Rainer Hagencord, Münster

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr

„Das Tier, das du jetzt tötest, bist du selbst…“
(A. Schopenhauer)

Nicht-Personalität aller Lebewesen und dennoch (Mit-)Leiden

Michael Gerhard, Mainz

12.30 Uhr Mittagessen

14.30 Uhr

Biblische Theozentrik

Das Mensch-Tier-Verhältnis in theologischer Perspektive

Dr. Heike Baranzke, Essen

16.00 Uhr Kaffeepause

16.30 Uhr

Utilitaristische Tierethik?

Das Mensch-Tier-Verhältnis in philosophischer Perspektive

Dr. Heike Baranzke, Essen

18.00 Uhr Abendessen

19.00 Uhr Eucharistiefeier

20.00 Uhr

„Gehe zur Ameise, sieh dir ihre Wege an, und werde weise“

Seelsorge und Tiersorge als reformatorische Aufgabe

Wolfgang Wagner, Bad Boll

 

Sonntag, 9. Oktober 2011

8.00 Uhr Meditation

8.20 Uhr Frühstück

9.15 Uhr

Haustiere und Nutztiere

Der Stellenwert der Tiere in unserer Gesellschaft

Claudia Hollm, Rathenow

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr

Den Tieren gerecht werden

Podiumsdiskussion mit den Referenten

12.30 Uhr Mittagessen/ Ende der Tagung

Tagungsleitung

Dr. Klaus W. Hälbig
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Vajramala S. Thielow
Deutsche Buddhistische Union

Wolfgang Wagner
Evang. Akademie Bad Boll

Referenten/-innen

Heike Baranzke (*1961), Studium der Katholischen Theologie und Chemie in Bonn; 2003 Promotion in der theologischen Ethik über die „Würde der Kreatur“; lehrt seit 2003 theologische Ethik an der Universität Wuppertal. Schwerpunkte: Theologie und Ethik der Mensch-Tier-Beziehung sowie Grundlagen einer Ethik der Menschenwürde; Veröffentlichungen u.a.: „Würde der Kreatur?“ (2002); mit H. W. Ingensiep: „Das Tier“ (2008).

 

Michael Gerhard (*1963), Studium der Philosophie und Indologie in Mainz sowie der Religionswissenschaft, Physik, Mathematik, Informatik in Indien und Großbritannien. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Phil. Seminar und Leiter des Studienbüros „Philosophie, Orientkunde, Indologie“ an der Universität Mainz; außerdem Geschäftsführer der Schopenhauer-Gesellschaft.

 

Rainer Hagencord (*1961), Studium der Kath. Theologie in Münster und Freiburg (Schweiz), 1987 Priesterweihe, seelsorgliche Arbeit, Studium der Biologie und Philosophie in Münster, von 1996 bis 2000 Hochschulpfarrer in Münster, 2004 Promotion im Fachbereich Katholische Theologie der Universität Münster; 2009 Eröffnung des „Instituts für Theologische Zoologie“ in Münster; Veröff. u.a.: Wenn sich Tiere in der Theologie tummeln (2010).

 

Claudia Hollm (*1964), seit über zehn Jahren praktizierende Buddhistin, 2006 Gründerin der Tiertafel Deutschland e.V., Referentin und Autorin („Morle aus dem Wald“); Projektleiterin für die „Graue“ Tiertafel (Seniorenarbeit).

 

Wolfgang Wagner (*1947), Studium der Evang. Theologie und Religionswissenschaft in Berlin, Heidelberg und Tübingen sowie der Analytischen Psychologie am C. G. Jung-Institut in Zürich (seit 1984 Diplom-Analytiker), 1975 Ordination zum Pfarrer in der Evang. Landeskirche Württemberg. 1979 bis 1998 Studenten- und Gemeindepfarrer in Tübingen, Pfullingen und Rottenburg; 1986 bis 1991 Dozent am College der Moravian Church in Tansania. Seit 1998 Studienleiter der Evang. Akademie Bad Boll, Schwerpunkt „Ökumene und interreligiöser Dialog“.

Zur Teilnahme

Tagungskosten

– inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ 183,00 EUR
– inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 173,00 EUR
– ohne Übernachtung/Frühstück 127,00 EUR
– ermäßigt im DZ (Studenten/Arbeitslose) 122,00 EUR
– ermäßigt ohne Übernachtung/Frühstück 82,00 EUR

Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
– Geschäftsstelle –
Referatsassistenz: Susanne Bair
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Telefon: +49 711 1640 726; Telefax: +49 711 1640 826
E-Mail: bair@akademie-rs.de

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 23. September. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 27.9. – 4.10. (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen den Tagungsbeitrag in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.

Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
– Tagungszentrum Hohenheim –
Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart
Telefon: +49 711 451034 600, Telefax: +49 711 451034 898
E-Mail: hohenheim@akademie-rs.de

Das Tagungszentrum liegt in der Nähe der Universität Hohenheim. Von Stuttgart Hbf aus erreichbar mit der Stadtbahn (U5, U6) bis Möhringen, von dort Stadtbahn (U3) bis Plieningen (Endstation). Bei Anreise mit der S-Bahn aus Richtung Süden kann schon in Stuttgart-Vaihingen in die U3 gewechselt werden. Von der Stadtbahn-Endstation sind es noch etwa 300 Meter zu Fuß – zunächst weiter in Fahrtrichtung, im Kreuzungsbereich (Kreisverkehr) die Hauptstraße überqueren, dann nach wenigen Metern rechts ab in die Paracelsusstraße.

AutofahrerInnen, die über die Autobahn aus Richtung Ulm oder Karlsruhe anreisen, verlassen die Autobahn bei der Ausfahrt „Stuttgart-Hohenheim“ in Richtung Plieningen (aus Richtung Karlsruhe Anreisende: 400 m nach dem Ortsschild „Stuttgart-Plieningen“ scharf links in die Filderhauptstraße abbiegen). Sie bleiben auf der Filderhauptstraße durch Plieningen bis zum Kreisverkehr an der „Wirtschaft zur Garbe“ mit der Abzweigung „Universität Hohenheim“. Dort scharf rechts in die Paracelsusstraße abbiegen. Vom Flughafen Stuttgart zum Tagungszentrum benötigen Sie ca. 15 Auto-Minuten.

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